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Albrecht Hornbach: "We want Hornbach to remain independent".

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.01.2022, Unternehmen (Wirtschaft), Seite 20

"Wir wollen, dass Hornbach eigenständig bleibt"

Die Pfälzer Baumarktunternehmer entwirren ihr Portfolio. Die Baumarkt AG soll von der Börse verschwinden, die Holding bleiben. Am Einfluss der Familie, sagt Albrecht Hornbach, ändere sich nichts.

Von Bernd Freytag, Mainz

Wer in einem Hornbach-Baumarkt einkaufen will, wird nach kurzer Internetsuche einen der knapp 100 deutschen Märkte schon finden. Wer in Hornbach-Aktien investieren will, muss sich länger damit beschäftigen, denn die Sache ist kompliziert: Er hat bisher die Möglichkeit, Aktien der Hornbach Baumarkt AG zu kaufen. Er kann aber auch in Aktien des Großaktionärs investieren, der Hornbach Holding AG & Co. KGaA. Dabei sollte er wissen, dass dort die Hornbach Familientreuhandgesellschaft mbH 37,5 Prozent der Aktien hält und zudem 100 Prozent an der Hornbach Management AG, die wiederum das Recht hat, die Geschäftsführung der Holding zu bestimmen.

Die Gründerfamilie hat das Konstrukt einst ersonnen. Für sie bot es lange Zeit die Möglichkeit, Aktionäre an dem Unternehmen zu beteiligen, ohne selbst die Kontrolle daran zu verlieren. Investoren, vor allem angelsächsische, haben das Geflecht aber stets als zu kompliziert kritisiert. Jetzt räumt die Familie auf, zumindest ein bisschen. Die freien Aktionäre der Baumarkt AG sollen von der Holding herausgekauft werden, die Tochtergesellschaft von der Börse verschwinden. An der Börse soll am Ende nur noch eine Hornbach-Gesellschaft notiert sein: die Holding. "Eine Gruppe, eine Börsennotierung", lautet der Slogan. Die Liquidität der Baumarkt AG sei zu gering, sie sei in keinem Index gelistet, sagt Albrecht Hornbach. Die Struktur sei überholt und zu kompliziert. "Wenn die Baumarkt AG in ihrer Entwicklung gebremst ist, wird sie zum Bremsklotz für die Aktie der Holding", sagt der Gründernachfahre und Holding-Vorstandschef.

Hornbach macht im Gespräch mit der F.A.Z klar, dass die Baumarkt AG in jedem Fall von der Börse genommen werde, auch wenn nicht alle freien Aktionäre ihre Anteile andienten. Das Delisting unterliege keinen Bedingungen. Er sei sich aber sicher, dass viele ihre Aktien verkauften. "Wir bieten schließlich einen sehr fairen Preis." Es sei nicht möglich, dass jemand, der die Aktien noch besitze, damit Geld verloren habe. Sollte die Holding bis zum 22. Februar, dem Ende der Annahmefrist, 95 Prozent der Aktien oder mehr bekommen, könnte sie die restlichen Aktionäre gegen eine Abfindung zwangsweise aus dem Unternehmen drängen.

Ob man die Möglichkeit eines solchen Squeeze-outs nutze, sei noch nicht entschieden. Nötig für ein Delisting sei das nicht. 47,50 Euro je Aktie bietet die Holding den Baumarkt-Aktionären. Das sind 13,8 Prozent mehr als der letzte Schlusskurs vor Bekanntwerden des Angebots und 29,4 Prozent mehr als im Schnitt der letzten sechs Monate. Der Zeitpunkt sei gut, beteuert Hornbach, obwohl der Aktienkurs in den letzten Monaten stark gestiegen ist. Wenn alle Aktien angedient werden, kostet das die Holding 383 Millionen Euro, einschließlich Kosten für Berater und Banker. Die Summe hat die Holding nach Hornbachs Worten zwischenfinanziert. Über eine spätere Refinanzierung habe man noch keine Entscheidung getroffen, sagt er. Auch eine Kapitalerhöhung schließt er nicht aus.

Die Holding bündelt künftig drei nicht börsennotierte Tochtergesellschaften: die Baumärkte, den mit Abstand wichtigsten Umsatzbringer. Dazu die Baustoff Union, das Geschäft mit Baustoffen für Profis also. Als drittes Standbein Immobilien. Das operative Geschäft ist nach Hornbachs Worten von dem Delisting nicht berührt, Stellen würden auch nicht abgebaut, der Vorstand der Baumarkt AG bleibe im Amt, einen Gewinnabführungsvertrag soll es deswegen auch nicht geben. Ziel der Familie sei es, auch in der neuen Konstruktion eine feindliche Übernahme zu verhindern. "Wir wollen, dass das Unternehmen eigenständig bleibt."

Hornbach gilt neben Bauhaus als deutscher Baumarktpionier. In den Sechzigerjahren hatten beide die Idee der eigens auf Heimwerkerbedarf ausgerichteten Märkte von Amerika nach Deutschland importiert. Albrecht Hornbachs Vater Otmar eröffnete 1968 in Bornheim bei Landau in der Pfalz den ersten kombinierten Bau- und Gartenmarkt. "Diese Verbindung mit einem Gartencenter hat es zuvor in Europa nicht gegeben." Die Macht bleibt auch nach dem Ende der Börsennotierung bei den 40 Gründernachfahren, die ihre Anteile in der Familientreuhandgesellschaft gebündelt haben. Der Anteil der Familie an der Holding ändere sich nicht, sagt Hornbach. Allerdings führe der Rückkauf dazu, dass auch sie einen größeren Anteil an den Baumärkten bekomme. Und das sei für ihn als Geschäftsführer der Familientreuhand ein wichtiges Argument gewesen, die Familie vom Rückkauf zu überzeugen. "An einem guten Geschäft beteiligt zu sein", sagt er, "macht eben viel Sinn."

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